Ob Trawler, Frachtschiff, Yacht oder Marineschiff – Lösungen für einen nachhaltigen Bau und Betrieb gewinnen bei allen Schiffstypen zunehmend an Bedeutung. Einen entscheidenden Beitrag dazu leisten moderne Antriebssysteme wie der SCHOTTEL Verstellpropeller SCP. Von der strömungsoptimierten Auslegung in der Projektierungsphase bis zum Retrofit-Propellerflügel für einen langfristig effizienten Einsatz: Der SCP bietet über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg zahlreiche Vorteile, die ihn zu einer besonders umweltfreundlichen Antriebslösung machen.
Schon in der Projektierungsphase analysieren SCHOTTEL-Experten die Strömungseigenschaften des Verstellpropellers mithilfe von CFD-Simulationen und passen sie kundenindividuell an das jeweilige Schiffsdesign an. Diese hydrodynamische Optimierung bietet später im Einsatz viele entscheidende Vorteile: angefangen bei der Geräuschreduzierung über die Minderung von materialschädigender Kavitation bis hin zur Steigerung der Propulsionseffizienz. Damit trägt sie aktiv zur Einhaltung internationaler Effizienzstandards wie des EEDI bei.
Mit dem Dichtungsüberwachungssystem LeaCon und einer hauseigenen Stevenrohrabdichtung bietet der SCP im Betrieb zuverlässigen Schutz vor Verunreinigungen des Seewassers durch Schmieröl. LeaCon ermöglicht es, mithilfe getrennter Dichtungen zum Seewasser und zur Stevenrohrseite sowohl eintretendes Seewasser als auch austretendes Schmieröl in einer Zwischenkammer aufzufangen. Damit erfüllt der Antrieb strenge Umweltauflagen. Zudem unterstützt LeaCon die frühzeitige Erkennung von Abnutzungen der Dichtungen, wodurch außerplanmäßige Wartungsarbeiten vermieden werden.
Der SCP basiert auf über 60 Jahren Erfahrung im Ingenieurwesen und ist sowohl robust als auch benutzerfreundlich konstruiert. Durch seine hohe Wartungsfreundlichkeit gewährleistet er eine lange Lebensdauer, was Ressourcen spart und damit einen nachhaltigen Betrieb fördert.
Verändert ein Schiff im Laufe seiner Lebensdauer das Betriebsprofil – beispielsweise, um durch kraftstoffsparendes Slow Steaming aktuelle EEXI-Vorschriften einzuhalten –, lässt sich der Verstellpropeller mittels Retrofit-Propellerflügeln optimal an die veränderten Bedingungen anpassen. Zusätzlich zu den Einsparungen durch das angepasste Operationsprofil konnte durch die neuen Propellerflügel bereits eine Steigerung der Propulsionseffizienz von weiteren 5 Prozent erzielt werden. Insgesamt führt dies zu einer deutlichen Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs, was sowohl CO2-Emissionen als auch Betriebskosten senkt.
Mit EEDI (Energy Efficiency Design Index) und EEXI (Energy Efficiency Existing Ship Index) hat die IMO zwei zentrale Instrumente zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen in der internationalen Schifffahrt eingeführt. Damit soll der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß bis 2030 um mindestens 40 Prozent und bis 2050 auf null gesenkt werden. Der EEDI gilt seit 2013 und legt verbindliche Effizienzstandards für neue Schiffe fest. Er schreibt einen maximalen CO2-Ausstoß vor – gemessen in Gramm CO2 pro Tonne Ladungsgewicht und Seemeilen – und fördert so den Einsatz effizienter Technologien bereits in der Projektierungsphase. Der Grenzwert wird alle fünf Jahre verschärft, um Innovationen anzuregen. Der 2023 eingeführte EEXI ergänzt den EEDI und bezieht sich auf bestehende, international operierende Schiffe ab einer Tonnage von 5.000 BRZ. Er bewertet die Energieeffizienz auf Basis realer Schiffsdaten und verpflichtet Betreiber, ihre Flotten durch technische Maßnahmen wie Propelleroptimierung nachzurüsten.