August 2004

Mit STP 1212 und Schaufelrad auf nach Alaska

Die EMPRESS OF THE NORTH, die vom amerikanischen Design-Büro Guido Perla & Associates, Inc. (Seattle, WA) entworfen und von Nichols Brothers Boat Builders auf Whidbey Island (Freeland, WA) gebaut wurde, ist ein Flußkreuzfahrer im Stil der Mississippischaufelraddampfer des 19. Jahrhunderts. Sie bietet Platz für 235 Passagiere und 84 Besatzungsmitglieder und ist das zweite Schiff dieses Stils der American West Steamboat Company (Seattle, WA).


Hinter der nostalgischen Fassade der EMPRESS versteckt sich allerdings modernste diesel-elektrische Antriebstechnik. Von zwei GE-Elektromotoren (je 1490 kW) angetrieben, erreicht sie mit zwei SCHOTTEL Twin-Propellern vom Typ STP 1212 eine Geschwindigkeit von 14 kn auf ihrer Reise vom Columbia River zur Küste Alaskas. Um den Schleppwiderstand des Schiffes zu verringern, wird auch das am Heck angebrachte Schaufelrad mit 745 kW angetrieben.

Mit ein Grund für die Wahl eines Twin-Propeller-Konzeptes waren die niedrigen Druckimpulse und die damit verbundene Laufruhe der Antriebe, da sie direkt unter einem großen Salon im Heck des Schiffes installiert wurden. Auch der geringe Tiefgang von 3.6 m war mitentscheidend für den Twin-Propeller.

Um die 109,7 m lange und 17,8 m breite EMPRESS OF THE NORTH optimal auf dem engen Columbia River und in den dortigen Schleusen manövrieren zu können, verfügt sie im Bug über einen SCHOTTEL Pump-Jet Typ SPJ 220, der von einem GE-Elektromotor (745 kW) angetrieben wird.

Auch die Fahrstände der EMPRESS sind etwas Besonderes, verfügt sie doch neben einem Brückenfahrstand, zwei Nock- und einem Maschinenraumfahrstand noch zusätzlich über einen „historischen“ Fahrstand. Ausgestattet mit einem Steuerrad aus dem 19. Jahrhundert, mit dem beide STP’s synchron gesteuert werden können, macht dieser Fahrstand die Illusion perfekt und versetzt den Passagier zurück in die Zeit der ersten Schaufelraddampfer.