Januar 2005

SCHOTTEL weiter auf erfolgreichem Kurs

Der Antriebsspezialist SCHOTTEL mit Stammhaus in Spay am Rhein bleibt auf Erfolgskurs und schloss das Jahr 2004 wiederum mit einem Rekordergebnis ab. Das Unternehmensziel von 100 Mio. Euro Gruppenumsatz für das Neuanlagen- und Servicegeschäft wurde erreicht (2003: 90 Mio. Euro). Der Exportanteil lag erneut bei rund 80 Prozent. Besonders bemerkenswert sind die weltweiten Verkaufserfolge in den Bereichen Schlepperantriebe, Offshore-Versorger und Tanker, Forschungsschiffe, Fähren und Militärschiffe. Auch auf dem Gebiet der Megayachten werden SCHOTTEL-Antriebs- und Manövriersysteme zunehmend erfolgreich eingesetzt. Zum guten Gesamtergebnis trägt auch der Bereich Service durch eine Vielzahl von Umbauten und Modernisierungen bestehender Anlagen bei.


Der überaus erfreuliche Auftragseingang der letzten 12 Monate führt zu einem weiter gestiegenen Auftragsbestand für das Jahr 2005. Die Schwäche des US Dollars auf der einen und die Explosion der Stahlpreise auf der anderen Seite sorgen allerdings für extrem schwierige Bedingungen, unter denen das Unternehmen mit seinen weltweit 600 Mitarbeitern (davon 500 in Deutschland) neben einer weiteren Umsatzsteigerung auch ein gutes Ergebnis erwirtschaften möchte.

Im Jahr 2005 wird die Zahl von 600 Schleppern deutlich überschritten, denen SCHOTTEL Schub und hervorragende Manövriereigenschaften verleiht. 1967 war das erste mit Ruderpropellern ausgerüstete „Arbeitspferd“ im Hamburger Hafen in Betrieb genommen worden, und damit begann eine eindrucksvolle Erfolgsstory mit immer höheren Antriebsleistungen und Pfahlzügen. Im Jahr 2004 gelang es, Aufträge für die Antriebsanlagen von rund 75 Schleppern zu buchen, also ca. 150 Ruderpropeller im Leistungsbereich von 500 bis 3850 kW mit Fest- oder Verstellpropellern: Hinzu kommen noch Antriebe für etwa 15 Schiffe, die für die Offshore-Industrie gebaut werden.

So liefert SCHOTTEL zwei Ruderpropeller Typ SRP 3030 CP mit je 2970 kW Leistung bei 750 r.p.m für einen 49,5 m Offshore Support Tug (OST) aus der von dem bekannten Design-Unternehmen Robert Allan Ltd. in Kanada neu entwickelten „RAmpage Serie“. Eigner des 100-Tonnen Schleppers ist die amerikanische Seabulk Offshore, gebaut wird er von der in Singapur ansässigen Labroy Shipbuilding & Engineering PTE Ltd. . Der Schlepper wird auch mit einer SCHOTTEL Querstrahlanlage Typ STT 330 LK CP (450 kW) ausgerüstet.

124 Tonnen Pfahlzug werden zwei 54 m Rescue/Salvage Tugs haben, die von Astilleros Armon Vigo, S.A. für die staatliche spanische Rettungsgesellschaft Sociedad de Salvamento y Seguridad Maritima gebaut werden. Diese Schiffe erhalten zwei SCHOTTEL Ruderpropeller Typ SRP 3040 CP ( 3840 kW bei 600 r.p.m). Auch diese Schlepper erhalten je eine SCHOTTEL Querstrahlanlage vom Typ STT 330 LK CP (400 kW/1470 r.p.m.).

Der SCHOTTEL Twin-Propeller (STP) – die wirkungsgradoptimierte Variante des klassischen Ruderpropellers – gehört heute zu den erfolgreichsten SCHOTTEL-Produkten für Schiffe aller Art und Größe. Dazu gehören moderne Flusskreuzfahrer auf den europäischen Strömen ebenso wie Offshore-Versorger auf den Weltmeeren.

Die Technologie des Twin-Propellers, bei dem sich zwei Propeller auf einer Welle in gleicher Richtung drehen und Schub erzeugen, stand auch Pate für den Siemens-SCHOTTEL Propulsor (SSP) mit Leistungen bis 20 MW. Dieser Podantrieb ist z.B. für seegehende

Fähren, Versorger, Tanker und Containerschiffe konzipiert und bewährt sich in RoPax-Fähren der TT-Line, Schwerlasttransportern der Chinese Ocean Shipping Company (COSCO) und Chemikalientankern der schwedischen Reederi. Aufgrund der guten Erfahrungen mit dem SSP hat sich Donsötank kürzlich zum Bau des mittlerweile vierten Chemikalientankers mit diesem innovativen Antriebskonzept entschossen.

Mit dem SCHOTTEL Electric Propulsor (SEP) bietet das Unternehmen neben dem SSP einen weiteren Podantrieb bis etwa 5 MW Leistung. Zwei SEP 2 (je 1850 kW) dienen als Hauptantriebe für das Mehrzweckschiff MS ARKONA, das in der Ostsee zur Schadstoffunfallbekämpfung und als Eisbrecher eingesetzt wird. Herausragende Manövriereigenschaften erhält das im Auftrag der Bundesanstalt für Wasserbau gebaute Schiff darüber hinaus durch einen SCHOTTEL Pump-Jet Typ SPJ 220 mit 1000 kW Leistung im Bug. Auch die MARIA S. MERIAN, ein neues deutsches Forschungsschiff mit Eisklasse GL-E 4, ist mit zwei SEP 2 (2 x 2,1 MW max.) als Hauptantriebe sowie einem Pump-Jet Typ SPJ 320 (max. 2 200 kW) ausgerüstet. Eine weitere Anwendung für den SCHOTTEL Electric Propulsor ist das Landungsdockschiff LPD-2 JOHAN DE WITT der Königlichen Niederländischen Marine ( 2 x SEP 5 mit je 5,5 MW).

Wegen der Erweiterung der traditionellen SCHOTTEL-Produktpalette durch elektrische Antriebssysteme im Megawatt-Bereich und moderne Verstellpropelleranlagen gewinnt der Standort Wismar zunehmend an Bedeutung. Antriebsanlagen mit weit über 2000 kW Leistung pro Antrieb werden sowohl als mechanische als auch diesel-elektrische Podantriebe bei der SCHOTTEL-Antriebstechnik GmbH gebaut. Das Schwesterunternehmen SCHOTTEL-Schiffsmaschinen GmbH hat Verstellpropelleranlagen u.a. für Offshore-Versorger, Fähren und Containerschiffe entwickelt und gebaut. Mit den 25-MW-Anlagen für zwei schnelle Containerschiffe hat die Mannschaft eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie auch auf diesem Gebiet für die steigenden Anforderungen des Weltmarktes gerüstet ist.

Diese positive Entwicklung schlägt sich auch in den Mitarbeiterzahlen nieder. Seit Beginn des Engagements in Wismar und Gründung der SCHOTTEL-Schiffsmaschinen GmbH im Herbst 1998 mit damals 51 Mitarbeitern hat das Unternehmen die Zahl seiner Arbeitsplätze an der Ostsee auf derzeit 122 weit mehr als verdoppelt und zehn zukunftssichere Ausbildungsplätze geschaffen. Für das Jahr 2005 wird aufgrund der guten Auftragslage eine weitere Steigerung auf ca.150 Mitarbeiter angepeilt.

Neben den Produktionsstandorten in Spay, Wismar und in China sowie einer Service-Niederlassung in Hamburg verfügt die SCHOTTEL-Gruppe über eigene Auslandsgesellschaften in Holland, Frankreich, Italien, Amerika und Brasilien sowie Vertretungen in allen bedeutenden Schifffahrtszentren. Dadurch sind Kundennähe und schneller Service sichergestellt.