September 2006

Auf der SMM 2006 präsentiert SCHOTTEL seine Antriebssysteme an einem neuen Platz

„SCHOTTEL für die Welt der Schifffahrt” – unter diesem Motto entwickelt und baut SCHOTTEL Antriebs- und Manövriersysteme bis 30 MW Leistung für Schiffe aller Art und Größe. Das Unternehmen präsentiert seine Produktpalette und Serviceleistungen auf der diesjährigen SMM vom 26. bis 29. September in Hamburg auf Stand 230 in der neuerrichteten Halle A 3. Im Zusammenhang mit den umfangreichen Neubaumaßnahmen auf dem Hamburger Messegelände hat SCHOTTEL seinen traditionellen Standplatz bei den Werften in Halle 12 verlassen und hat von nun an seinen Platz in der Halle der Antriebsspezialisten.


Das heutige SCHOTTEL Produkt- und Dienstleistungsprogramm umfasst im einzelnen Ruderpropeller (SRP), Twin-Propeller (STP), Navigatoren (NAV), Combi Drives (SCD), Pod-Antriebe (SEP), Pump-Jets (SPJ), Querstrahlanlagen (STT), Verstellpropelleranlagen (SCP) sowie maßgeschneiderte Steuer- und Regelsysteme.
Auf der Kombination der technischen und wirtschaftlichen Hauptkriterien von mechanischen Ruderpropellern auf der einen und Pod-Antrieben auf der anderen Seite basiert der SCHOTTEL Combi Drive (SCD).
Im Gegensatz zum Pod-Antrieb mit Elektromotor in der Unterwassergondel ist beim Combi Drive der E-Motor vertikal in das Tragrohr des Ruderpropellers integriert. Durch diese Anordnung des Elektromotors ist das Konzept vergleichbar mit einem Ruderpropeller mit vertikalem Krafteingang (L-Anlage). Da zudem weder Oberwassergetriebe noch Gelenkwelle erforderlich sind, ist die Anlage extrem kompakt und aus Sicht der Werft einfach und sehr platzsparend im Schiff zu installieren.
Die Vorteile dieses Antriebskonzepts liegen klar auf der Hand: zum einen in einer extrem kompakten Anlage mit integrierten Antriebsmotor, wodurch sich die Installationskosten auf der Werft erheblich minimieren. Zum anderen führt der Wegfall des Oberwassergetriebes zu einem erhöhten Wirkungsgrad der Anlage. Der Motor kann zudem vor dem Einbau separat auf dem Prüfstand gefahren werden und ist, montiert auf der Anlage, immer noch frei zugänglich.
SCHOTTEL hat den Auftrag zur Lieferung der Antriebsanlagen für fünf Gasmotoren-betriebene Doppelendfähren (129,5 m) erhalten, die von der Werft AKER Brattvaag AS für Fjord1 Fylkesbaatane in Norwegen gebaut werden. Sie werden zwischen Bergen und Stavanger eingesetzt. Designer ist LMG Marine in Bergen, intensive Modellversuche wurden von Marintek in Trondheim durchgeführt. Drei Fähren werden mit je vier gas-elektrisch betriebenen SCHOTTEL Combi Drives Typ SCD 2020 (4 x 2750 kW) in Twin-Propeller Version ausgerüstet. Die Geschwindigkeit wird 21 kn betragen. Zwei weitere baugleiche Fähren erhalten mechanische SCHOTTEL Twin-Propeller Typ STP 1515 (1600 kW). Damit werden die Schiffe eine Geschwindigkeit von 17 kn erreichen.
Mit diesem Auftrag knüpft SCHOTTEL an die erfolgreichen Anwendungen seiner Antriebssysteme in norwegischen Fähren an. Dazu gehören die IVAAR AASEN als erste Fähre mit SCHOTTEL Twin-Propellern und die LNG-Fähre GLUTRA, die für ihr innovatives Antriebskonzept zum "Schiff des Jahres 2000" in Norwegen ausgezeichnet worden war.
Die Ulstein Verft im norwegischen Ulsteinvik, anerkannter Spezialist für Design und Bau von Offshore-Versorgern, hat sich für den SCHOTTEL Combi Drive als Antriebssystem für zwei Plattform-Versorgungsschiffe des Typs PX105 entschieden. Diese werden für Bourbon Offshore Norway AS gebaut. Diese 4700 dwt Schiffe werden mit je zwei SCD 2020 (2000 kW Motorleistung/800 Upm. Motordrehzahl) ausgerüstet.

SCHOTTEL Verstellpropeller sind ebenfalls auf Erfolgskurs. Im November des letzten Jahres zeichnete die SCHOTTEL-Schiffsmaschinen GmbH in Wismar mit MAN Ferrostaal AG den Auftrag für die Lieferung der Verstellpropeller für zwei deutsche Hochseeschlepper mit einem Pfahlzug von 220 t. An diesem Beispiel zeigt sich besonders deutlich die rasante Entwicklung, die SCHOTTEL in den letzten Jahren als Hersteller von Propulsionsanlagen durchlaufen hat. Die beiden Neubauten werden bei der Mützelfeldt-Werft in Cuxhaven gebaut und sind bestimmt für Harms Bergung Transport & Heavylift GmbH & Co. KG in Hamburg. Der Antrieb erfolgt über vier MaK-Motoren mit je 3000 und 4000 kW pro Welle, der Propellerdurchmesser beträgt 4,4 m. Hierfür liefert SCHOTTEL-Schiffsmaschinen Verstellpropeller vom Typ SCP1294XG.

Mützelfeldt baute von 1975 bis 1992 rund 20 SCHOTTEL-Schlepper – einige in Kooperation mit ausländischen Werften - und war damit an der erfolgreichen Entwicklung dieses Schleppertyps beteiligt. Geliefert werden die beiden neuen Schiffe in 2007. Die Namen stehen bereits fest: „Ursus“ und „Janus“. Symbolträchtiger konnte dieser Auftrag nicht sein. In der Schlepperwelt ist es bekannt, dass schon 1967 eine „Janus“ für denselben Reeder geliefert wurde. Nach der Einführung des Ruderpropellers 1950 waren die Anwendungen zunächst auf die Binnenschifffahrt beschränkt. Mit der „Janus“ begann die stürmische Entwicklung hin zu größeren Leistungen, erst für Hafenschlepper und dann auch für spezielle Seeschiffe. Diese „Janus“ – die unter dem Namen „Eerland“ immer noch in England im Einsatz ist - steht als Nr. 1 in der SCHOTTEL-Referenzliste für Schlepper, die heute rund 700 Schiffe umfasst. In 2005 allein lieferte SCHOTTEL weltweit Anlagen für mehr als 50 Schlepper. Während die erste „Janus“ noch mit einem bescheidenen Pfahlzug von etwa 10 t aufwartete, liegen die Leistungen heutiger Schlepper bei 50 bis 120 t.