Kräftige Schubschiffe mit SCHOTTEL Antrieben

HIDROVIAS Schubschlepper für die Wasserstraße der Superlative: 3 x SRP 1215 (je 1.600 kW )
Einer von Acht: Dieser HIDROVIAS Pusher Tug wurde gebaut, um Verbände von rund 285 m Länge und 60 m Breite zu befördern.

REFERENZ HIDROVIAS: MODERNISIERUNG DER WASSERWEGE SÜDAMERIKAS DURCH DAS PARAGUAY-PARANÁ-PROJEKT

Das La-Plata-Flussbecken mit dem Paraguay-Paraná-Flusssystem (Hidrovia) ist eine gewaltige, ökonomisch und ökologisch bedeutende Region, die sich über vier Millionen Quadratkilometer und fünf Länder erstreckt – vom Hafen von Cáceres (Brasilien) über Städte wie Puerto Suárez (Bolivien), Asunción (Paraguay), San Nicolás (Argentinien) bis Nueva Palmira (Uruguay). Das Flusssystem mit seinen mehr als 2.500 km ist gekennzeichnet durch unterschiedliche Flussläufe, Dämme, Sedimente, Wälder, Verschlickung und Verschmutzung. Das hat einen großen Einfluss auf das Schiffsdesign und vor allem das Propulsionssystem. Die Wasserwege im Atlantischen Ozean zwischen Buenos Aires und Montevideo werden durch kontinuierliches Baggern freigehalten. Der Verkehr auf dem Paraná hat während des letzten Jahrzehnts beträchtlich zugenommen. Für Argentinien ist Hidrovia mit fast 80 % der Ausfuhr der wichtigste Wasserweg für Exporte.

 

Kapitän Juan Pablo Presedo von Vega & Co. Trade and Shipping Lawyers nennt lokale Studien, wonach etwa 2.100 Schiffe jährlich den Hidrovia passieren, 45 % davon mit Panamax Größe. In den nächsten zehn Jahren wird mit einer Zunahme des Verkehrs um 75 % gerechnet.

 

VORBEREITUNGEN FÜR DEN STEIGENDEN VERKEHR

Zur Vorbereitung des Systems auf den steigenden Verkehr und zur Erhöhung der Sicherheit wurde ein bedeutendes Projekt auf den Weg gebracht. Da Hidrovia so viele verschiedene Länder umfasst, stellt es eine ganz besondere Herausforderung für die Planer dar. Ein internationales Koordinationskomitee wurde bereits 1967 von den Ländern Brasilien, Paraguay, Uruguay, Bolivien und Argentinien gegründet. Übereinstimmend beschloss man das Paraguay-Paraná-Plata-Flusssystem als internationales Gewässer zu behandeln. Hidrovias do Brazil S.A. (HDBSA) spielt in diesem großen Modernisierungsprogramm eine bedeutende Rolle. Das Unternehmen ist zuständig für den Bau und Betrieb von Bargen-Konvoys, die Eisenerz transportieren und von Schubschiffen bewegt werden. Nach Angaben von Hidrovias do Brazil hat jeder Konvoy auf dem Paraná- und Paraguay-Flusssystem eine Länge von etwa 285 m und eine Breite von rund 60 m (vergleichbar mit zwei Fußballfeldern).

 

HIDROVIAS DO BRASIL S.A. INVESTIERT IN HOCHLEISTUNGS-SCHUBSCHIFFE

Vom kanadischen Schiffsdesigner Robert Allan Ltd. stammt das Design für acht kräftige Schubboote und 144 Bargen für dieses Projekt. Die türkische Werft UZMAR erhielt den Auftrag zum Bau der Schiffe. Für Robert Allan bestand „die größte Herausforderung beim Entwurf dieser Schiffe in der Notwendigkeit, den gesamtenKonvoy in weniger als der zweieinhalbfachen Flottenlänge stoppen zu können, wenn er voll beladen flussabwärts mit voller Geschwindigkeit fährt“.Umfassende Analysen und Tests wurden durchgeführt, um diese Bedingungen erfüllen zu können. Hinzu kam eine passende Rumpfform, die den Anforderungen an die Schub-,Brems- und Manövriereigenschaften gerecht wird, wobei gleichzeitig die erforderliche Treibstoffkapazität, Restriktionen in der Verdrängung und die Haltbarkeit für den gesamten Betrieb zu beachten waren. Tests zur Optimierung der Rumpfform und des Treibstoffverbrauchs einschließlich Modelltests bei der Wiener Schiffbautechnischen Versuchsanstalt solltendie Ergebnisse der CFD-Analyse verifizieren. Robert Allan Ltd. beschreibt die Schiffe folgendermaßen: „Die46,5 m x 16,5 m x 4 m großen Hochleistungsschubschiffe werden von einem hochmodernen dieselelektrischen Propulsionssystem angetrieben. Drei Dieselgeneratoren versorgen jeweils einen SCHOTTEL SRP 1215 mit 1.600 kW. Die Ruderpropeller sind mit einer Flachwasserdüse ausgerüstet. Die Schiffe können wahlweise mit Schweröl oder Marinediesel fahren, wobei Kapazitäten von 500 m³ beziehungsweise 30 m3 zur Verfügung stehen sowie 400 m3 Ballasttanks.“

 

FREIER 360° BLICK AUF DEM PARAGUAY-PARANÁ-FLUSSSYSTEM

Jedes der Schubschiffe bietet Platz für maximal 18 Personen mit jeweils sechs Einzel- beziehungsweise Doppelkabinen, die auf zwei Decks verteilt sind. Ein großes Brückendeck mit uneingeschränktem 360° Blick ermöglicht der Crew sowohl beste Sicht auf den Konvoy vor dem Schubschiff, als auch auf das erhobene Vorschiff, was eine exzellente Überwachung der Verbindungsarbeiten an den Bargen erlaubt. Robert Allan: „Während der Versuche überschritten die Schubschiffe die vertraglich vereinbarte Leistung in Bezug auf Pfahlzug sowie Geschwindigkeit und die Manövrierfähigkeit war großartig.“ SCHOTTEL ist auch nach Abschluss des Projekts dabei. Schließlich wurde der deutsche Antriebsspezialist nicht nur wegen seiner leistungsfähigen Schiffsantriebe als Lieferant gewählt, sondern auch aufgrund des maßgeschneiderten Servicekonzepts der Tochtergesellschaft SCHOTTEL do Brasil.

 

SCHUBSCHIFFE FÜR DEN AMAZONAS

Darüber hinaus hat SCHOTTEL Ruderpropeller für weitere dieseldirekt angetriebene Schubschiffe für den Amazonas geliefert. Die Schiffe wurden auf der brasilianischen ERIN Werft in Manaus gebaut. Auch sie verfügen über drei SRP 1215 je 1.600 kW im Heck und sorgen für einen Pfahlzug von 65 t pro Schiff.Diese Schiffe sind für die Anforderungen auf dem Amazonas ausgelegt. Mit seinen über 7.000 km ist der südamerikanische Fluss einer der größten der Welt – der längste Teil davon in Brasilien, ein kürzerer Abschnitt in Peru. Der Amazonas mit seiner gewaltigen Größe von 30 bis 40 m Tiefe und einigen Kilometern Breite (abhängig von den Gezeiten) kann jedoch nur durch die Meerenge von Breves erreicht werden. Dieses Nadelöhr begrenzt die Schiffe in ihrer Länge und Verdrängung. Darüber hinaus wird die Meerenge von Schluchten flankiert, was die Fahrt zu einer großen Herausforderung macht.

 

SCHOTTEL FÜR ZUVERLÄSSIGE GETREIDETRANSPORTE

Aber auch der Amazonas ist nicht einfach zu befahren. In dem gigantischen Fluss schwimmen große Mengen Holz und Fremdkörper. Selbst Baumstämme und große Bohlen behindern die Schifffahrt. Hinzu kommen die verschiedensten Sedimente. In Anbetracht all dieser widrigen Umstände hat sich Hidrovias do Brasil für SCHOTTEL Propulsionssysteme entschieden.Der deutsche Hersteller entwickelte besonders robuste Antriebe mit oben und unten abgeflachten Düsen, die optimale Manövrierfähigkeit bieten. SCHOTTEL do Brasil sorgt im Rahmen eines kompletten Pakets für den Service. Die Schubschiffe werden für Konvoys mit Getreide eingesetzt. Sie sind Teil eines Programms zur Modernisierung der Flussinfrastruktur und zur Entwicklung der Getreidetransporte auf dem Amazonas.Das Neubauprogramm für Hidrovias wurde mit dem Auftrag für ein kleineres Schubschiff abgeschlossen – ebenfalls von Robert Allan entworfen und auf der ERIN Werft im Bau. Das Schiff verfügt über zwei SRP 440 (559 kW). Es wird zum Verbinden der einzelnen Bargen zu großen Verbänden eingesetzt, die dann wiederum von den großen Schubbooten geschoben werden.